Archiv für die Kategorie ‘ich hab da so Geschichten gehört’

Geteiltes Leid

Oktober 15, 2008

(gefunden bei ffffound)

Zwei Zahnbürsten. Zwei Betten, zwei Schränke, zwei Haustüren.

„Ich bin da.“ Aber wo ist hier?

Ankunft und Abreise verschwimmen. Man reißt ab, um woanders anzukommen, wo man wieder abreißt um zurückzukommen. Hin her, hin her. Immer weiter. Keine Ruhe, alles ist geteilt. Äußerlich, innerlich. Es lässt sich einfach nicht verbinden. Man teilt sein ganzes Leben. Es gibt Phasen hier und Phasen da. Phasen, Phasen, Phasen. Nichts als Phasen. Kein Ankommen, kein Hafen. Ein geteiltes Leben. Ein Leben, dass man eigentlich mit jemandem teilen sollte, anstatt es aufzuteilen.

Also fasste ich einen Beschluss: ich teile mich.

Ich überlegte mir das ganz genau. An welchem Ort welcher Teil von mir gebraucht würde und fertigte eine Liste an. Das Herz gehört meiner Frau und den Kindern, dass stand gleich zu Anfang fest. Die Beziehung zu Bianka, war eine rein körperliche und hatte nichts weiter zu bedeuten. Auch ein geteilter Mann, sollte ein Anrecht auf ungeteilte Zuneigung haben. Aber jetzt wurde es auch schon schwieriger. Welches war das am häufigsten benutzte Körperteil während meiner Arbeit? Mein Mund. Immerhin musste ich Verhandlungen führen, Tag ein, Tag aus. Vielmehr war es meine Stimme, also meine Stimmbänder. Notiert. Die Augen waren für Bianka, sie war immerhin ein hübsches Ding und ich musste ihr unentwegt hinterher starren. Ja, ich meine starren und nicht schauen, ich konnte meinen Blick einfach nicht von ihrem Hintern abwenden, bis sie außer Sichtweite war.

Gut, weiter. Meine Nase blieb auch beim Geschäft, damit ich meinen guten Riecher nicht verlieren konnte, genauso wie meine Zähne für den Biss. Meine Hände teilte ich gerecht auf, ebenso die Arme und die Beine, immerhin hab ich davon ja zwei, das muss ja auch zu was gut sein. Mein Magen blieb zu hause, meine Frau ist eine hervorragende Köchin, ganz exquisite. Die Speiseröhre also auch dort. Die Leber bei der Arbeit, wenn man da nicht trinkt, kommt man noch vor Langeweile um. Die Milz. Was macht die Milz überhaupt? Ich lies sie bei der Leber, die gehören doch irgendwie zusammen. Die Nieren kamen Heim, damit sie die Kinder haben können, falls sie sie mal brauchen sollten. Den Darm lies ich bei der Arbeit, drauf geschissen. Meine Lungenflügel teilte ich auf, man weiß ja nie. Meine Zunge blieb bei Bianka und mein Schwanz ebenfalls, aber meine Eier bei meiner Frau. Mein Gehirn bekam sie auch, mit meinem ganzen verschrobenen Charakter, in den sie sich aus unerfindlichen Gründen mal verliebt hatte.

Damit war das nötigste geklärt. Jetzt nur noch ein, zwei Beruhigungstabletten und dann konnte es losgehen.

Die lagen auch schon bereit auf dem Tisch. Direkt zwischen den Scheidungspapieren, der Flasche Wodka und dem Küchenmesser.

Schreibblockade…

September 6, 2008

(gefunden bei ffffound)

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Etwas

August 31, 2008

Tod durch Kekse?

August 20, 2008

(jaredchapman, flickr)

Da lag sie. Die Milch quoll ihr aus dem Mund. Sie rührte sich nicht. Sie wollte sterben. Ja tot sein. So fühlt es sich an, wenn man nicht mehr leben will, dachte sie.

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Loslassen

August 17, 2008

(gefunden bei ffffound)

„Es ist Zeit.“ Sagte sie.

„Zeit wo für?“

„Es ist Zeit zu gehen. Du weißt es. Nimm endlich deine Beine in die Hand und lauf!“

„Ich kann nicht. Du weißt es. Ich kann nicht.“

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Grilagem

August 15, 2008

Es war heiß. Der Schweiß tropfte ihm von der Stirn. Er war verunsichert, hatte Angst. So viel hatte er der Sache geopfert, wenn es nicht klappt, ist er am Ende. Niemand kann ihn dann mehr vor den Konsequenzen bewahren. Er saß dort alleine, niemand war für ihn mitgekommen, doch das war ihm auch ganz recht. Er wollte niemanden unnötig damit belasten. Also trug er die Last, die Unruhe und Unsicherheit ganz allein. Mit ihm saßen dort noch drei Andere und warteten. Finstere Gestalten. Ungewaschen sahen sie aus, als würden sie gleich auf den Boden rotzen und ihn dabei nur verständnislos anschauen.

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Ohne mich…

Juni 28, 2008

(von *Püppilottchen*, flickr)

Und Zöe packte die Badehose wieder aus.

-So kann ich das nun mal nicht.

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