
Reicht es denn nicht wirklich vollkommen aus, einmal pro Tag in Braunschweig zu sein?
Ich meine im Prinzip hatte ich ja auch geplant, zwei Mal durch zu fahren, aber doch nicht so!
Gestern hab ich noch gewitzelt „…und morgen Abend bin ich dann bestimmt schon wieder zu hause, weil ich keinen bock mehr hatte.“
Aber dann bin ich doch schneller wieder weggefahren, als gedacht.
Kurz vor meiner Ankunft lernte ich eine ältere Mitreisende kenne, die in eine Klinik musste und deshalb auch nicht herkommen wollte und wir entschieden in den selben Zug zu steigen, hatten schließlich das selbe Ziel.
Zusammen ist man weniger allein, wenn man den falschen Zug erwischt und wieder zurück fährt. Dabei waren wir schon angekommen und mussten nur noch umsteigen um zum Hauptbahnhof zu gelangen, aber satt dessen kann man ja auch ruhig wieder nach Braunschweig fahren, weil’s da so schön war. Und der Zug hielt zwischendurch auch nicht noch einmal an, zum umsteigen.
Fünf Stunden. Fünf ganze Stunden war ich unterwegs. Fünf! Was man in der Zeit alles sinnvolles hätte tun können. Wo man hätte überall hinfahren können.
In fünf Stunden kann man sogar von München bis nach Braunschweig fahren und in knapp sechs sogar von München nach Berlin. Aber solche Distanzen hatte ich nun wahrlich nicht zu überwinden.
„Zweimal Braunschweig bitte. Ja einmal durch und dann wieder zurück. Ja dann hätte ich gerne noch einem Aufenthalt da von ca. 45 Minuten, inklusive Verspätung des Anschlusszuges natürlich und fahre dann wieder weg. Nein, ich habe noch einen Mitfahrer gefunden, danke.“
Selten so etwas beklopptes erlebt. Abgesehen von der unfreiwilligen Reise nach Zerbst, aber dass ist eine andere Geschichte.
„Sehen wirs positiv“, hat meine Mitfahrerin gesagt. Ja positiv, immerhin kommt man rum, lernt neue Leute kennen, schmunzelnde Bahnbeamte, die einem immerhin keinen Vorwurf aus seiner Dämlichkeit machen. Menschlichkeit. Zwei Frauen ‚on the road’, die sich nicht kennen, aber Reisen wie Großmutter und Enkelin und mit ihrer Schlaghose, hatte sie auch noch einen leichten Hippie-Touch dabei.
Ob ich etwas daraus gelernt habe weiß ich nicht, immerhin war es ja nicht das erste Mal, aber im Abwarten und Zeittotschlagen werde ich immer besser.
August 28, 2008 um 8:30 |
was du immer für geile sachen bringst